Zum Auftakt trommelte die
Gruppe FrieDrums vom Erich-Fried-Gymnasium
- vielen Dank dafür! Dank auch an alle Schulen, die sich auf den Pinnwänden
präsentiert haben. Es war dort eindrucksvoll zu sehen, wie vielfältig
das Montessori-Angebot im Grundschulbereich in Berlin bereits ist. Es kamen
ungefähr 200 interessierte Eltern und Lehrer.
Auf dem
Podium saßen Frau Kegler, Direktorin der Montessori-Gesamtschule
Potsdam; Christoph Miethke, Fördervereinsvorsitzender und Unternehmer aus
Potsdam; Anja Belitz von der Friedrichshainer Elterninitiative; Herr Isensee
von der GEW und Frau Terzioglu von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend
und Sport sowie Katrin Girgensohn und Uwe Krähnke von der Elterninitiative
als Moderatoren.
Nach einer kurzen Einführung
zur Geschichte der Montessori-Pädagogik gab es zwei Filmausschnitte zur
Umsetzung in der Oberschule zu sehen.
Anja Belitz berichtete dann
zunächst, wie es dazu kam, die Initiative "Weiterführende Montessori-Schule
2005" zu gründen. Unsere guten Erfahrungen mit Montessori-Pädagogik
an der Pettenkofer-Grundschule in Friedrichshain, die Begeisterung, mit der
unsere Kinder dort lernen hat uns einfach überzeugt und nach Wegen suchen
lassen, diese Art des Lernens in der Sekundarstufe fortzusetzen. Auch andere
Eltern (über 400) sehen hier einen Bedarf.
Anschließend berichtete
Frau Kegler von ihren Erfahrungen in Potsdam. Die Schule dort wurde als Modellprojekt
an einer normalen staatlichen Schule von unten aufgebaut und geht von der 1.
bis zur 10. Klasse. Frau Kegler betonte, wie wichtig es ist, dass die Lehrer
zu Veränderungen bereit sind und hob hervor, dass diese Schule nur durch
gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden entstehen konnte.
Ein Problem in Potsdam ist das Fehlen einer gymnasialen Oberstufe an der Schule,
weil so doch etliche Eltern nach der 7. Klasse ihre Kinder an Schulen anmelden,
an denen man das Abitur machen kann - obwohl eine Wechsel nach der 10. Klasse
problemlos möglich wäre.
Herr Miethke vom Förderverein
berichtete vom Engagement der Eltern an dieser Schule. Er hob hervor, dass den
Kindern in Potsdam nicht die Motivation zum Lernen genommen werde und zog dabei
eine Parallele zu seinem Unternehmen: auch in der Wirtschaft ist es wichtig,
Eigeninitiative zu fördern und Mitarbeiter nicht von oben herab in Richtungen
zu zwingen. Vielmehr komme es darauf an, dass sie selbst Ideen entwickeln und
umsetzen. Nur so kann ein Unternehmen sich positiv entwickeln.
Herr Isensee schloss mit
der Bemerkung an, dass er ja nur selten die Gelegenheit habe, sich als Gewerkschaftler
so einig mit einem Unternehmer zu zeigen. Die GEW hat in Berlin den Schulversuch
Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) ins Leben gerufen und setzt sich
grundsätzlich für Schulformen ein, die Heterogenität in Schulklassen
erlauben. Er sagte für die weiteren Bemühungen Unterstützung
der GEW zu. [Inzwischen hat sich Herr Böger bereits positiv zur Ideen von
JüL auch in der weiterführenden Schule geäußert]
Frau Terzioglu von der Senatsverwaltung
kommt aus der Abteilung für Schulaufsicht, Qualitätsentwicklung und
Lehrerbildung und ist zuständig für die Aufsicht über weiterführende
Schulen. Frau Terzioglu wies darauf hin, dass es sehr schöne Grundsätze
von der Montessorischule gibt, die sie sich für alle Schulen wünscht.
Sie erinnerte daran, dass sie nur Schulkonzepte genehmigen könne, die sich
nach dem Landesschulgesetz und den Rahmenplänen richten. Ohne ein vorliegendes
Konzept könne sie daher nichts zur Montessori-Pädagogik in der Oberschule
sagen.
In der anschließenden
Runde wurde viel Gesprächsbedarf
deutlich. An dieser Stelle können nur einige der Äußerungen
genannt werden. Es gab sehr viel Zuspruch für die Initiative und den Wunsch,
das Engagement auf breiterer Ebene fortzuführen. Die wichtige Rolle der
Lehrer/innen wurde betont. Neben dem Angebot. Lehrer in Montessoripädagogik
auszubilden ging der Appell an Frau Terzioglu, zukünftig bitte keine Montessori-Lehrer
mehr von Montessorischulen weg an Regelschulen zu versetzen. Ebenso müsse
darauf geachtet werden, dass alle Kinder, die von anderen Montessorischulen
auf eine weiterführende Montessorischule wechseln wollen, dies auch Bezirksübergreifend
tun können. Eine weiterführende Montessorischule solle selbstverständlich
auch eine Integrationsschule sein, ganz im Sinne Maria Montessoris. Verschiedene
Meinungen gab es zum Thema Gesamtschule/Gymnasium. Eine Montessorischule sollte
allen Kindern offen stehen, nicht nur solchen mit Gymnasialempfehlung. Her Isensee
wies an dieser Stelle darauf hin, dass inzwischen zentrale Prüfungen nach
der 10. Klasse stattfinden müssen und damit auch für Kinder, die nicht
das Abitur machen, an Gymnasien keine Nachteile entstehen. Festzuhalten bleibt
auf jeden Fall, dass eine weiterführende Montessorischule allen Kindern
offen stehen soll! (Vgl. auch dieser Zeitungsartikel)
Um die Kräfte zu bündeln wurde der Vorschlag gemacht, zur Weiterarbeit
verschiedene AGs zu gründen. Besonders wichtig ist im Moment die AG Konzept.
Unsere Initiative hatte bewusst noch kein fertiges Konzept entwickelt, weil
dies in Zusammenarbeit mit der Trägerschule geschehen soll. Da es aber
ohne Konzept kein grünes Licht vom Senat geben kann steht es an, diese
Ideen auszuformulieren.
Außerdem wurde angeregt, die Arbeit wissenschaftlich zu begleiten, weil
es noch viel zu wenig gesicherte Aussagen darüber gibt, wie positiv sich
die Montessori-Pädagogik auf das Lernen der Schüler auswirkt. Weitere
AGs:
· AG Öffentlichkeitsarbeit;
· AG Lehrerfortbildung/Montessori-Diplom;
· AG Umsetzungsmöglichkeiten am Erich-Fried-Gymnasium (in Kooperation
mit AG Konzept);
· AG Zusammenarbeit mit Senat.
Fotogalerie - alle
Fotos von FOTO-GRAF-IN
Gabriele Fromm gabriele.fromm@freenet.de
www.d-foto.net

Die
FrieDrums und die Ausstellung der Grundschulen (zurück
zum
Text)
Die Podiumsrunde:
Herr Isensee, Frau Terzioglu, Katrin Girgensohn, Uwe Krähnke,
Anja Belitz, Frau Kegler, Herr Miethke (zurück zum Text)
Frau Terzioglu

Offene Gesprächsrunde und Buffet (zurück zum Text)