montessori-perspektive berlin
  wer wir sind

Was wir wollen

Wir möchten die guten Erfahrungen mit Montessori-Pädagogik, die in Berlin bisher nur im Grundschulbereicht gesammelt werden konnten, endlich auch an Oberschulen weiterführen.

Zum Schuljahr 2004/2005 soll an einer Berliner Oberschule mit Unterricht begonnen werden, der sich an den Prinzipien der Montessori-Pädagogik orientiert. Weitere Oberschulen sollen folgen.

Hier folgt ein erster Konzeptentwurf

 


Konzept für die Montessori-Oberschule in Berlin

1. Einleitung 2
2. Leitideen 4
Jugendliche ernst nehmen 4
Schlüsselqualifikationen 4
Klare Werte 4
3. Pädagogische Überlegungen 5
Vorbereitete Umgebung 5
Die Rolle der Lehrer 5
Die Rolle der Eltern 6
4. Lern- und Arbeitsformen 6
Stundenpool 6
Gebundener Unterricht 6
Jahrgangsübergreifendes Arbeiten 6
Freie Arbeit 7
Projektarbeit/ Epochenunterricht 8
Planspiele 8
Arbeit an und in Schülerfirmen 9
Praktika 9
Kurse und AGs 9
Reisen 10
Präsentationsphasen 10
Gesprächskreise 10
Konflikttraining 10
5. Reflexion des Entwicklungs- und Lernprozesses, Benotung, Schulabschlüsse 10
6. Stundentafel, Tages- und Jahresablauf 11
7. Zeitplan für die Umsetzung 11
8. Finanzbedarf 11

1. Einleitung

Die hier vorgestellte Konzeption soll dazu beitragen, die gesetzlich freigestellte Schulvielfalt zu verwirklichen und zu erweitern, um das eigentliche Ziel der Bildungsvielfalt in Berlin zu ermöglichen. Die Gründung einer staatlichen Montessori-Oberschule ist ein folgerichtiger und notwendiger Schritt für die weiterführende Bildung der Montessori-Grundschüler und in Berlin schon seit Jahren überfällig!
Als Hauptstadt, Wirtschafts- und Bildungsmetropole kann Berlin es sich nicht leisten, sich fortschrittlichen pädagogischen Konzepten zu verschließen. Das neue Berliner Schulgesetz kommt dieser innovativen Form von Schule in vielen Punkten entgegen.

Mit der Gründung einer Berliner Montessori-Oberschule werden die Kompetenzen aufgegriffen, welche die zur Zeit rund 7.000 Grundschulkinder mitbringen, die an verschiedenen Berliner Schulen nach den pädagogischen Grundlagen Maria Montessoris unterrichtet werden: selbständiges, interdisziplinäres Lernen und der soziale Umgang aller Menschen miteinander in einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens".
An vielen Montessori-Oberschulen in Deutschland hat sich die Weiterführung der Montessori-Pädagogik bereits bewährt.
In Bezug auf die Forderungen an das Bildungssystem Deutschlands nach den Ergebnissen der Pisa-Studie ist vorliegendes Konzept zeitlich und inhaltlich passend und soll als realistische Möglichkeit zur Entwicklung neuer Ideen in der Bildungslandschaft Berlins und unseres Landes allgemein verstanden werden.
Mit ihrem bildungspolitisch aktuellen pädagogischen Programm kann die neugegründete Montessori-Oberschule richtungsweisend für die gesamte Berliner Schullandschaft werden. Es bietet sich an, die neuen Lern- und Arbeitsformen an einer Montessorischule zu erproben und sie für alle Berliner Schulen fruchtbar zu machen. In diesem Sinne sollte die Realisierung des Schulkonzeptes bei der schrittweisen Umsetzung universitär angebunden und wissenschaftlich begleitet werden .
Die Aktualität des Inhalts der Montessori-Pädagogik lässt sich auch im Vergleich zu den Forderungen und Zielen des Neuen Schulgesetzes für Berlin verdeutlichen. So wird im Punkt A 2. b) und c) ein Paradigmenwechsel gefordert, der besagt, dass nicht der Schüler passend zur Schule gemacht wird, sondern die Schule sich auf ihre Schüler einstellen muss. Es geht also inzwischen um eine Individualisierung des Lernprozesses, wie sie Maria Montessori bereits vor vielen Jahren gefordert hat. Denn es geht nicht darum, die Kinder wie leere Gefäße mit Wissen zu füllen, sondern die selbständige Entwicklung der Kinder nach ihrem inneren Plan zu fördern. Dafür bringen sie alle Voraussetzungen mit.
Sie entwickeln sich aus sich selbst und benötigen dafür eine geeignete Umgebung. Mit dieser Betrachtungsweise ergibt sich eine andere Haltung als die traditionelle dem Kind oder Jugendlichen gegenüber : das Kind ist nicht Objekt sondern Subjekt in seinem Entwicklungsprozess und verdient Achtung und Respekt von Eltern und Pädagogen!

Der große Schatz der Montessori-Pädagogik - und der Grund, weshalb sich so viele Eltern, Schüler und Lehrer von ihr begeistern lassen - ist die Betrachtung des Menschen, des Schülers als ganzheitliche Persönlichkeit, die vielfältigste Anlagen in sich trägt. Wenn sich dieses Potential - praktisch, intellektuell, emotional und sozial - unter geeigneten Bedingungen und in einer darauf vorbereiteten Umgebung entfalten kann, werden sich individuelle, sozial kompetente junge Menschen entwickeln, die auch über eine fundierte fachlich-kognitive Ausbildung verfügen. Das macht sie zu verantwortungsbewussten, teamfähigen und selbstbewussten Menschen, die selbständig mit Fachkompetenz Probleme erkennen und lösen können. Damit sind sie auf die Anforderungen in der Gesellschaft und in der freien Wirtschaft ebenso gut vorbereitet, wie auf die Herausforderungen im privaten Leben.
Für die besonderen Bedingungen unserer Welt im 21.Jahrhundert ist ein diesen Gegebenheiten und Anforderungen entsprechendes Lehr- und Erziehungsprinzip an den Schulen unumgänglich! Die allgemeine Unzufriedenheit der Schüler und Lehrer ist seit vielen Jahren bekannt, doch bedurfte es erst einer internationalen Studie, um die Notwendigkeit der Veränderung glaubhaft zu machen.

Die Arbeit für eine weiterführende Montessori-Schule in Berlin begann im Jahr 2001 in Zusammenwirkung von Eltern und Lehrern in der "Initiative Weiterführende Montessori-Schule 2005".
Ziel der Initiative ist die Etablierung einer staatlichen weiterführenden Schule in eigener Verantwortung (entsprechend Schulgesetz), die mit der Montessori-Pädagogik arbeitet - spätestens zu Beginn des Schuljahres 2005/2006.
Damit alle Schulabschlüsse erreicht werden können, scheint als Schulform die Gesamtschule besonders geeignet.
Um den Zugang für die Schüler aus den verschiedenen Stadtbezirken Berlins günstig zu gestalten, ist eine zentrale Lage der Schule anzustreben.
Die Initiative erhielt Anfragen von etwa 500 Eltern, die eine solche Schule für ihre Kinder wünschen. Es wird in den nächsten Jahren mit einem ständig wachsenden Bedarf gerechnet, da auch die Nachfragen für Schulplätze an Montessori-Grundschulen zunehmen und zum Teil schon nicht mehr alle erfüllt werden können.
Rund 200 Interessierte kamen zu einer Informationsveranstaltung am 01.10.2003 im Erich-Fried-Gymnasium.

2. Leitideen

Jugendliche ernst nehmen
Nach Maria Montessori beginnt bei Kindern ungefähr mit dem 12. Lebensjahr (also ab der 7. Jahrgangsstufe) eine neue, entscheidende Entwicklungsphase. Durch eigene schöpferische Tätigkeit wollen sie Selbstvertrauen gewinnen, andererseits möchten sie den Schutz und die Geborgenheit einer sozialen Gemeinschaft erfahren. Es ist ihnen nun ein Grundbedürfnis, gesellschaftlich relevant zu handeln und soziale Verantwortung zu übernehmen. Sie müssen in diesem Bedürfnis ernst genommen und unterstützt werden. Eine Schule, die keinen Bezug herstellt zwischen dem Lernstoff und dem wirklichen Leben, die Wissen nicht in Zusammenhängen vermittelt, führt in vielen Fällen zu Langeweile und Frustration. Sie vergeudet Energien der Jugendlichen und lässt wertvolle Anlagen ungenutzt.
Es muss den Jugendlichen die Gelegenheit gegeben werden, nicht nur theoretisches Wissen zu erlangen, sondern damit vielfältige konkrete Erfahrungen zu machen - unabhängig von den persönlichen sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die jungen Menschen sollen dabei ihre persönlichen Fähigkeiten ergründen und entwickeln in intellektueller, praktischer, emotionaler und sozialer Hinsicht. Montessori nennt diese Schule eine "Erfahrungsschule des sozialen Lebens".

Dabei sollen die Schüler nicht vorwiegend bewertet, sondern ihre Fähigkeiten erkannt, geschätzt und gefördert werden. Die besonderen Lebensumstände und körperlich-geistige Reifungsprozesse formen dabei die individuelle Entwicklung jedes Jugendlichen. So ist das Lernen nicht der Kampf um eine Note, sondern das fortwährende Streben nach Erweiterung der eigenen Fähigkeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit an Montessori-Schulen ist die Team-Arbeit in Projektgruppen zu selbstgewählten Themen.


Schlüsselqualifikationen
Zu wissen, wie man lernt, ist wichtiger als jedes Detailwissen. Diese Fähigkeit den Jugendlichen zu vermitteln, ist eine der Hauptaufgaben unserer Schule. Lernen wird als lebenslanger Prozess betrachtet. Lernen bedeutet Aneignung seiner Umwelt in dem Sinne, dass persönliche Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen - Förderung, aber nicht Überforderung. Lernen wird als vernetztes Lernen verstanden. Lernprozesse sind dann effizient, wenn das Begreifen von vernetzten Zusammenhängen im Mittelpunkt steht. Handlungsorientierung, der Bezug zur Praxis, zum Leben in unserer Gesellschaft ist dabei sehr wichtig.


Klare Werte
Montessori, die zwei Weltkriege miterleben musste, forderte eine Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaft durch Erziehung. Bildung wird somit nicht als wertfrei gesehen, sondern im Zusammenhang zu den gesellschaftlichen Bedingungen. Wichtig sind klare Wertorientierungen, die Herausbildung von Normen, welche ein sinnvolles Miteinander ermöglichen.
Dabei sollen Regeln des sozialen Miteinanders erprobt und geübt werden. Die Konfliktfähigkeit der heranwachsenden jungen Generation muss entwickelt werden. Um mit Montessoris Worten zu sprechen: Es geht um die "Erziehung zum Weltbürger".
Die Vermittlung solcher Inhalte ist nur dann glaubhaft und wirksam, wenn man den Jugendlichen mit Respekt und Achtung begegnet.

3. Pädagogische Überlegungen


Vorbereitete Umgebung
Die Schule als Erfahrungsschule sozialen Lebens muss eine vorbereitete Umgebung bieten - Räumlichkeiten und Material.
Im Besonderen werden erforderlich :
· Fachräume für Unterricht mit speziellen Anforderungen wie
· Naturwissenschaften und Musik
· Werkstätten für Kunst und Handwerk
· Forscherwerkstatt für naturwissenschaftliche Zwecke
· Informatikraum mit Internetzugang
· Bibliothek
Die vorbereitete Umgebung umfasst aber mehr als Arbeitsmaterialien und räumliche Gegebenheiten. Ebenso wichtig ist das Verhalten der Lehrer, der Mitschüler, sowie der Eltern. Die Arbeitsatmosphäre ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um Lernerfolge in der Schule geht.
Die Integration von Schülern mit Behinderungen sollte im Sinne Maria Montessoris selbstverständlich und die Umgebung entsprechend eingerichtet sein.

Die Rolle der Lehrer
Die Arbeit der Lehrer ist durch Kommunikation untereinander und Teamarbeit gekennzeichnet. Die verschiedenen Fachlehrer einer Klasse bzw. eines Jahrgangs - im altersübergreifenden Projektunterricht auch mehrerer Jahrgangsstufen - bilden ein Team. In regelmäßigen Sitzungen und Supervisionen wird die Arbeit gemeinsam ausgewertet und geplant.

Die Lehrer erhalten in einer Montessori - Klasse eine völlig neue Stellung. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht auf die Vermittlung von Wissen und Einüben von Techniken und Fertigkeiten. In Bezug auf die Schüler haben die Lehrer eine begleitende Funktion. Ihnen kommt zunächst die Aufgabe zu, die Schüler in ihrem Lernprozess zu beobachten und Lernfortschritte festzuhalten.
Im Verhältnis von Lehrer zu Schüler ist es wichtig, dass der Lehrer mit jedem seiner Schüler vertraut ist und umgekehrt.

Die Lehrer werden in der Freiarbeit und in den Projektphasen zumeist nur aktiv, wenn sie die Umgebung für den Schulalltag vorbereiten, ein Schüler durch andere gestört wird oder er Barrieren in seiner Entwicklung nicht allein überwinden kann. Dabei muss der Lehrer bereit sein, warten zu können und nicht einzugreifen, selbst wenn der Erfolg zunächst ausbleibt oder wenn der Schüler einen anderen Lernweg, eine andere Methode wählt. Dabei gilt es für den Lehrer in diesem Arbeitsrahmen die Grenze zwischen der Gewährung von Freiheit und Vernachlässigung der Schüler erkennen.

Die Lehrer machen dem Schüler Vorschläge für ein Arbeitsmaterial, wenn der Schüler durch das Angebot an Materialien zunächst überfordert ist. Das Material wählen die Lehrer entsprechend dem Wissensstand und den Interessen des Schülers aus. Das kann auch eine vorübergehende stärkere Lenkung des Schülers durch den Lehrer bedeuten, die dem Schüler zeitweise die freie Arbeitswahl nicht im vollem Umfang gewährt. Ansonsten kommt den Lehrern eine passive Funktion zu, das heißt, sie stehen dem Schüler stets helfend zur Seite, wenn der Schüler darum bittet.

Im Vordergrund steht somit der Aufbau einer individuellen Lernmotivation und der Glaube an die im Schüler immanenten individuellen Entwicklungskräfte. Die veränderte Rolle des Lehrers schließt zusätzlich eine kritische Selbstreflexion ein.

Lehrer sein schließt im Sinne Montessori auch immer ein, in der Beratung tätig zu werden. Das betrifft sowohl die Arbeit mit einzelnen Schülern, Gruppen und Klassen, als auch die mit anderen Lehrern und Eltern. Die Beratung zielt auf ein gemeinsames Finden von Lösungsmöglichkeiten und hat als Grundlage immer einen lösungs- und ressourcenorientierten Denk- und Arbeitsansatz.
Montessori-Arbeit heißt in diesem Zusammenhang auch Pragmatismus und Realismus.

Die Rolle der Eltern
Nicht nur die Lehrerrolle ist im Montessori-Konzept Modifikationen ausgesetzt, sondern auch Eltern sollen ihr Verhalten entsprechend der Arbeit in der Schule anpassen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule wird durch eine schulbegleitende Elternarbeit möglich, welche Informationen vermitteln und bewusstseinsverändernd auf beiden Seiten wirken soll. Aus diesem Grund sind Elternversammlungen, die Einsicht in das Unterrichtsgeschehen vermitteln und Informationen über alle Lernbereiche weitergeben, unabdingbar.
Eltern werden außerdem als externe Experten in das Lernen einbezogen. Das kann auf der Basis ihrer beruflichen Erfahrungen geschehen, die sie - auch zur Berufsorientierung - an die Jugendlichen weitergeben. Eltern können nach ihren Möglichkeiten in die Projektarbeit einbezogen werden.

4. Lern- und Arbeitsformen

Stundenpool
Grundsätzlich werden alle Fächer in verschiedenen Anteilen als gebundener Unterricht und in anderen Lernformen unterrichtet. Die einzelnen Fächer geben eine unterschiedliche Anzahl von Stunden in einen Stundenpool ab. Diese Stunden werden - nach Absprache des Lehrerteams - für die unten erläuterten Arbeitsformen verwendet. Die Einhaltung der Rahmenpläne wird dabei auf jeden Fall gewährleistet, ein Hinausgehen über diese Vorgaben wird - für einzelne Schüler oder ganze Gruppen - ermöglicht und unterstützt.

Gebundener Unterricht
Der gebundene Unterricht entspricht in etwa dem aus Regelschulen vertrauten Unterrichtsmodell. Im gebunden Unterricht werden besonders die Ziele der Diskursfähigkeit, aber auch die Fähigkeit zum Aushalten von fremdbestimmten Lerninhalten und Lehrmethoden verfolgt. Auch stehen hier die Erfahrungen in heterogenen Groß- und Kleingruppen zur Einübung von Teamfähigkeit im Mittelpunkt sowie das Erlernen von Kommunikationsregeln und deren Anwendung. In dieser Unterrichtsform werden den Schülern Lerninhalte aus den Rahmenplänen vermittelt, es wird Material eingeführt und sie setzen sich mit fachspezifischen Leistungsanforderungen auseinander. Grundlage für den gebundenen Unterricht bleibt auch hier die Heterogenität der Lerngruppen,, d.h. Stationenlernen, Themenpläne, Lernarrangements aus Pflicht-, Wahlpflicht- und optionalen Anforderungen auf unterschiedlichem Niveau. Der gebundene Unterricht bildet ferner die Grundlage für fächerübergreifendes Arbeiten, für Projekt - und Epochenlernen.


Jahrgangsübergreifendes Arbeiten
Die von Maria Montessori geforderten Jahrgangsübergreifenden Lernformen sind in Berliner Grundschulen bereits vielfach erfolgreich erprobt worden. Von vielen Eltern dieser Schulen wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung in der Sekundarstufe geäußert. Jahrgangsübergreifende Lernformen ermöglichen es jüngeren Schülern, von älteren zu Lernen und damit auch besonders begabten Schülern, sich entsprechend schneller zu entwickeln. Umgekehrt wird es den Älteren ermöglicht, ihr Wissen anzuwenden indem sie es weitergeben. Lerninhalte werden wiederholt und verfestigt, was es auch schwächeren Schülern ermöglicht, sich mit Lerninhalten längere Zeit auseinander zu setzen.
Jahrgangsübergreifendes Lernen wird in den Freiarbeitsstunden praktiziert (Mischung: Klasse 7/8 und Klasse 9/10, Oberstufe). Darüber hinaus kann auch Projektarbeit bzw. fächerübergreifender gebundener Unterricht in altersgemischten Lerngruppen stattfinden. Die Lehrer der entsprechenden Jahrgangsstufen arbeiten in Teams eng zusammen.
Alle nicht-jahrgangsgebundenen Lernformen finden grundsätzlich auch in altersgemischten Konstellationen statt (Kurse, AGs, Schülerfirmen, Präsentationen, Gesprächskreise, Konflikttraining usw.)

Das jahrgangsgemischte Arbeiten unterstützt die Forderung Maria Montessoris nach Chancengleichheit für alle Kinder: "Nicht alle können gleich sein, doch allem muss man gleiche Möglichkeiten geben, sich entfalten zu können." Es fördert lernschwächere Schüler, z.B. solche mit Migrationshintergrund, ist allerdings auch gerade für die Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder geeignet.


Freie Arbeit
Die freie Arbeit ist ein wesentlicher Baustein der Montessori-Pädagogik. Als charakteristische Langzeitwirkung der Freiarbeit wurden in vielen Studien immer wieder das gesteigerte Interesse der Schüler an den Inhalten und am eigenen Bildungsweg dokumentiert, ein allgemeines Absinken von Fehlstunden und Unterrichtsstörungen, die Zunahme an Selbstdisziplin und eine generelle Verbesserung des sozialen Klimas verzeichnet.

In den Phasen der freien Arbeit können die Schülerinnen und Schüler- innerhalb eines vorgegebenen Rahmens und nach vereinbarten Regeln - ihre Arbeit selbst bestimmen und selbständig daran arbeiten. Sie wählen dafür aus einem umfangreichen, altersgemäßen Angebot an Lernmaterialien aus, das aus verschiedenen Fachgebieten bereit gestellt wird. Sie arbeiten an diesem Material in ihrem eigenen Lerntempo und schließen das Material nach dieser individuellen Lernphase ab. Es wird, neben der klassischen Freiarbeit, auch bestimmte Pflichtaufgaben geben, die über einen längeren Zeitraum hinweg zu erledigen sind. Diese Pflichtaufgaben dürfen jedoch nie die eigentliche, selbstbestimmte Freiarbeit dominieren.
Jede Schülerin und jeder Schüler geht vorbereitet in die Freiarbeit, d.h. er ist sich bewusst darüber, was zu erarbeiten oder vertiefen ist und nimmt sich ein individuelles Lernziel vor. Freie Arbeit ist also nicht zu verwechseln mit "laissez-faire".
In den Arbeitsbereichen finden die Schülerinnen und Schüler das Arbeitsmaterial vor, das sie brauchen ("vorbereitete Umgebung"). Arbeitsbereiche sind neben den Klassen- und Fachräumen auch Stillarbeitsräume, Gruppenarbeitsräume und die Bibliothek.
Alle Materialen und Hilfsmittel, wie z.B. Computer, werden durch die Lehrer eingeführt, oder, nach vorheriger Anweisung der Lehrer, auch von älteren Schülern den jüngeren Schülern erklärt.
Während der Freiarbeitsperioden sind Fachlehrer in den Arbeitsbereichen vor Ort, die den Schülerinnen und Schülern die Sicherheit geben, die sie brauchen. Sie können jederzeit um Rat und Unterstützung bitten.

Die freie Arbeit erfordert gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz. Sie fördert damit auch das soziale Lernen. Die freie Arbeit übt außerdem darin, das eigene Arbeiten zu strukturieren, aber auch mit anderen zusammen zu arbeiten. Diese Schlüsselqualifikationen sind Grundvoraussetzungen für selbständiges, lebenslanges Lernen und damit auch für das spätere Berufsleben.

Die Freiarbeitsphasen sind Bestandteil des Fachunterrichts, die Fachlehrer geben eine bestimmte Anzahl ihrer gebundenen Unterrichtsstunden in den Stundenpool ab (s.o., für die Anzahl der Freiarbeits- und Projektstunden pro Jahrgangsstufe vgl. Stundentafel). Die Lernziele, die in der Freiarbeit erreicht werden sollen, werden gemeinsam mit den entsprechenden Fachlehrern geplant und entsprechen den Unterrichtszielen aller staatlichen Berliner Schulen. Die Freiarbeit bezieht sich überwiegend - nicht ausschließlich - auf Fächer, die sich gut für individuelle oder experimentelle Arbeiten eignen, wie Mathematik, Naturwissenschaften, Erdkunde, Geschichte und Kunst. Bei Fächern, bei denen das gemeinsame Gespräch im Mittelpunkt steht, wird ein größerer Teil der Unterrichtsstunden im gebundenen Unterricht stattfinden. (Deutsch, Fremdsprachen, Philosophie, Religion und Ethik, Musik). Sport findet ausschließlich als gebundener Unterricht statt. Auch in diesem Unterricht sollen Selbständigkeit und das individuelles Lernen ermöglicht werden, z.B. durch Stationenlernen und Gruppenarbeiten.

Die tägliche Freiarbeit wird in den höheren Jahrgansstufen zunehmend geblockt und von Projektarbeit, Planspielen, Schülerfirmen und anderen Formen selbständigen Arbeitens abgelöst (s.u.).

Projektarbeit/ Epochenunterricht
Im Epochenunterricht schließen sich die Lehrer verschiedener Fächer zusammen, um an Hand eines gemeinsamen Oberthemas ihren Fachunterricht interdisziplinär zu verbinden. So ein Oberthema in der Jahrgangsstufe 7/8 könnte beispielsweise das Thema "Weggehen-Ankommen-Migration" sein, das die Fächer Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Religion und Kunst einbezieht: Im Deutschunterricht wird ein Jugendbuch zum Thema Holocaust gelesen, in Geschichte der historische Kontext erarbeitet, im Fach Religion jüdische Religion erarbeitet und das Land Israel wird Thema des Erdkunde-Unterrichts.

Für die Projektarbeit gilt das gleiche wie für den Epochenunterricht, wobei es in den Projekten darum geht, das Lernen in reale Handlungsabläufe einzubetten. Diese Lernform kommt den Bedürfnissen der Jugendlichen besonders entgegen. Projektarbeit ist auf aktives Lernen ausgerichtet. Sie ist in der Regel gemeinsam geplant, vom Gruppeninteresse getragen und wird gemeinsam verantwortet. Sie ist oft berufs- oder gesellschaftsbezogen. Langfristig kommt Projektarbeit der Humanisierung und Demokratisierung der Schule und der Gesellschaft zugute und reicht damit weit über die fachlichen Lernziele hinaus. Merkmale der Projektarbeit sind z.B. der "Situationsbezug, Orientierung an den Interessen der Beteiligten, Selbstorganisation und Selbstverantwortung, gesellschaftliche Praxisrelevanz, zielgerichtete Projektplanung Produktorientierung, Einbezug vieler Sinne, soziales Lernen, Interdisziplinarität, Bezug zum Lehrgang, Einbindung der Projektarbeit in die Systematik eines oder mehrerer Fächer".
Projektarbeit ist ein regelmäßiges, fest eingebundenes Angebot im Stundenplan.
Ein Projekt im Anschluss an das oben als Beispiel genannte Thema könnte darin bestehen, sich am Berliner Projekt "Stolpersteine" zu beteiligen und alle dafür nötigen Schritte selbst in die Wege zu leiten, sowie die Unterrichtsergebnisse der gesamten Schule zu präsentieren, etc.

Planspiele
Auch Planspiele sind eine Möglichkeit, dem Bedürfnis der Jugendlichen nach realen Handlungsabläufen entgegen zu kommen. In Planspielen werden komplexe Sachverhalte aus der Wirklichkeit auf ihre wesentlichen Elemente reduziert, damit die Lernenden einen möglichst selbständigen Zugang bekommen. Planspiele erfordern Rollenspiele in Gruppen und Gremien, die verschiedene Aspekte und gesellschaftliche Bewertungen eines gesellschaftlichen Problems oder Handlungsablaufes erarbeiten und darstellen. Neben kommunikativen Kompetenzen erwerben die Jugendlichen so auch vielfältige fachliche und methodische Kompetenzen.
Planspiele eignen sich gut für selbstgesteuerte Lernprozesse. Im Planspiel erarbeitete Inhalte behalten Jugendliche besonders gut, weil durch das Spiel ein sehr intensives, auch affektives Lernen ermöglicht wird, das die rein kognitiven Lernprozesse in der Schule ergänzt. Der Transfer von Fachwissen in reale Handlungsabläufe fördert zahlreiche weitere Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsgefühl, Engagement, Verhandlungsgeschick, Strategie- und Konsensfähigkeit.
In Zusammenarbeit mit Firmen wurden viele Planspiele entwickelt und sind z.B. im Internet zu finden, so dass deren aufwändige Entwicklung die Lehrer nicht zusätzlich belasten muss.
Planspiele werden ebenso wie Projekt- und Epochenunterricht in den Unterricht integriert.

Arbeit an und in Schülerfirmen
Schülerfirmen sind eine reale Fortführung der Idee des Projektunterrichts. Sie gehen auf das Interesse der Jugendlichen an eigenverantwortlichem Arbeiten und finanzieller Unabhängigkeit ein. Im Interesse der Gesellschaft führen Schülerfirmen die Jugendlichen mit der Wirtschaft zusammen. Jugendliche gründen Miniunternehmen. Dies können beispielsweise ein Kiosk an der Schule, eine Cateringfirma, eine T-Shirt-Gestaltungsfirma u.a. sein. In Berlin gibt es zahlreiche Beispiele für funktionierende Schülerfirmen, in denen die Jugendlichen wirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und die Aufgaben von Unternehmern durch eigene Erfahrung kennen lernen. Diese Praxiserfahrungen wirken auch insofern wieder auf den Schulstoff zurück als den Schülern klar wird, wie weit sie tatsächlich "für das Leben und nicht für die Schule lernen."
Schülerfirmen werden durch verschiedene Initiativen der Deutschen Wirtschaft gefördert, z.B. durch "JUNIOR" - Junge Unternehmer initiieren - organisieren - realisieren.

Praktika
Schülerpraktika sind eine wichtige Ergänzung des Unterrichts. Sie vermitteln - ebenso wie Schülerfirmen - positive Impulse für das schulische Weiterlernen, steigern das Selbstwertgefühl durch die Anerkennung im Praktikumsbetrieb, erweitern den Wissenshorizont und schaffen Zukunftsperspektiven und damit Lernmotivation. Praktika sollen nicht nur auf einen Beruf hinführen sondern ermöglichen eine breite Orientierung, bei der die Schüler lernen, eigene Interessen und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.
Die Praktika sollen im Rahmen des Unterrichts vor- und nachbereitet werden. Zur Vorbereitung gehört neben dem fachlich-inhaltlichen Unterricht auch Bewerbungstraining. Zur Nachbereitung werden die Erfahrungen im Praktikumsbericht ausgewertet und in Präsentationsphasen dokumentiert.

Neben dem Aspekt der Berufsvorbereitung können Praktika auch soziale Kompetenzen fördern. Die weiterführende Schule soll zu konkretem sozialen Handeln anleiten. Dies ist in unserer Gesellschaft und angesichts der um sich greifenden Auflösung traditioneller Familienstrukturen wichtiger denn je. Deshalb sollen alle Schüler auch Sozialpraktika in Krankenhäusern, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen, Sozialstationen u.ä. leisten. Die Sozialpraktika können auch in Form von wöchentlich geleisteten Stunden statt im Block stattfinden. Die Schüler suchen sich die Einrichtungen selbst, falls notwendig mit Hilfestellung durch die Schule. Auch die Sozialpraktika müssen durch die Schule vor- und nachbereitet werden, da sie zum Teil hohe emotionale Anforderungen an die Schüler stellen werden. Als Wahlangebote können Fachleute aus verschiedenen sozialen Bereichen beispielsweise Rollenspiele, Gespräche, aber auch theoretische Reflexionen anbieten.

Kurse und AGs
Kurse und AGs sollten als freiwilliges Wahlangebot den Unterricht ergänzen und können von außerschulischen Trägern, von Schülern selbst, von Eltern und von Lehrern angeboten werden. Sie fördern die Identität der Schule und entsprechen der Idee von Schule als Lebensraum.

Reisen
Reisen bildet. Dieser einfachen Weisheit wird die Montessori-orientierte Oberschule durch Schüleraustausch und Studienfahrten gerecht. Die Reisen fördern Offenheit, Toleranz, Neugierde - und selbstverständlich auch die Fremdsprachenkompetenz. Reisevor- und nachbereitungen können hervorragend in den Projektunterricht integriert werden und werden möglichst selbständig von den Schülern durchgeführt.

Präsentationsphasen
Präsentationsphasen sind ein fester Bestandteil allen Unterrichts. Die Schüler präsentieren einander regelmäßig die Ergebnisse ihrer Arbeiten.
Darüber hinaus gibt es Präsentationstage, an denen die ganze Schule in Form von Vorführungen, Ausstellungen, Filmen u.ä. an den Lernerfolgen aller Schüler teilhat und sich auch Eltern und allen anderen Interessierten präsentiert.

Gesprächskreise
In der Schule des sozialen Lebens ist Kommunikation ein elementarer Bestandteil der Lernkultur. In täglichen Gesprächskreisen innerhalb der Lerngruppen (Klassen) werden alle Anliegen der Schüler und Lehrer besprochen, es werden Arbeitsvorhaben und Unterrichtsformen vorgestellt und die Schüler haben die Möglichkeit, sich zuzuordnen. In den Gesprächskreisen werden gemeinsame Unternehmungen geplant, aber auch die Regeln des sozialen Miteinanders diskutiert und gemeinsam festgelegt. Die Gesprächskreise dienen auch dem Austausch von persönlichen Erfahrungen.

Darüber hinaus können thematische Gesprächskreise klassenübergreifend organisiert werden, zu denen beispielsweise auch externe Experten hinzugezogen werden.

Das Gespräch soll Basis einer demokratischen Entwicklung und ein selbstverständlicher Bestandteil menschlicher Umgangsformen sein. Die Gesprächskreise sind so auch als (präventives) Konflikttraining zu verstehen: Verhandeln als Schulkultur. Schüler, Lehrer und Eltern müssen ihre Interessen klar definieren können und auf dieser Grundlage nach Kompromissen suchen. Alle müssen lernen, sich in die Positionen der anderen hineinzudenken, annehmbare Vorschläge anzubieten und bei den eigenen Zielen Abstriche zu machen. Auch Konflikte können fruchtbar sein, wenn man sie gut führt.

Konflikttraining
Zusätzlich zu den Gesprächskreisen nehmen die Schüler der 9. Jahrgangsstufe an einem externen Konfliktlotsentraining teil, bei dem sie darin geschult werden, Konflikte gewaltfrei miteinander zu lösen. Interessierte Schüler können sich als Streitschlichter wählen lassen und werden im Konfliktfall zur neutralen Anlaufstelle für andere Schüler.

5. Reflexion des Entwicklungs- und Lernprozesses, Benotung, Schulabschlüsse

Die Schule richtet sich nach dem Schulgesetz für das Land Berlin und ermöglicht alle Schulabschlüsse. Entsprechend erhalten alle Kinder halbjährlich benotete Zeugnisse.

Die Zeugnisse mit Ziffernbenotung sind jedoch pädagogisch umstritten und entsprechen nicht der Montessoripädagogik. Sollte sich auf Grund von § 18 SchulG hier eine abweichende Form von Lernerfolgsbeurteilungen ermöglichen lassen, werden die unten als Ergänzung erläuterten, ausformulierten Berichte die Ziffernzeugnisse ersetzen. Ziffernzeugnisse werden dann nur bei Bedarf ausgestellt, d.h. wenn ein Schüler an eine andere Schule wechseln möchte bzw. bei den zentralen Abschlussprüfungen.

Um auch die Leistungen zu erfassen, die sich nicht in Ziffernoten wiedergeben lassen und um einen kontinuierlichen Einblick in das Arbeitsprofil zu ermöglichen, führen die Lehrer für alle Schüler Pensenbücher, die in ausformulierten Berichten münden. Darin werden beispielsweise festgehalten: Sozialverhalten, Umgang mit Dingen, Leistungsstärken- und schwächen, individuelle Leistungssteigerungen und vergleichender Leistungsbericht, Empfehlungen u.a.

Ergänzend dazu wird die Eigenverantwortlichkeit der Schüler gefördert durch ein individuelles "Leistungsportfolio", in dem neben den Zeugnissen auch Sporturkunden, Teilnahmebescheinigungen für Kurse und Praktika, Sprachprüfungen, Auslandsaufenthalte, usw. archiviert werden. Das Leistungsportfolio kann ergänzt werden durch Lerntagebuchaufzeichnungen der Schüler.

6. Stundentafel, Tages- und Jahresablauf

Dieser Punkt sollte in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern der zu gründenden Schule erarbeitet werden und wird sich an den neuen Rahmenplänen orientieren. Ein Vorschlag als Diskussionsgrundlage wird derzeit (Februar 2004) von der AG Konzept erstellt.

7. Zeitplan für die Umsetzung

Spätestens zum Schuljahr 2004/2005 sollen die ersten 7. Klassen beginnen, die Schule kann dann schrittweise aufgebaut werden.
Aus organisatorischen und finanziellen Gründen bietet sich die sukzessive Umwandlung einer bestehenden Oberschule zu einer Montessori-orientierten Oberschule an.

In Berlin, speziell in der Innenstadt, stehen momentan sinkende Schülerzahlen einem zukünftigen Bedarf an Schulen und einem aktuellen hohen Bedarf nach einer Montessori-Oberschule entgegen (500 Interessenten). Es bietet sich an, hier auf langfristige Lösungen zu setzen und Oberschulen, deren Schließung aus finanziellen Gründen in Erwägung gezogen werden müsste, die Möglichkeit einer Umwandlung in einer Montessorischule vorzuschlagen. Dieser Weg hat sich in Düsseldorf im vergangenen Jahr als sehr erfolgreich erwiesen .
Hier besteht auf politischer Ebene dringender Handlungsbedarf. Ein Beschluss des Senats könnte die Verwaltung in die Schulsuche einbeziehen und damit einen unkomplizierten und kostengünstigen Weg ermöglichen.

8. Finanzbedarf

Die Umsetzung an einer bereits bestehenden Schule hätte den Vorteil, dass nur wenige zusätzliche Kosten entstehen. Zahlreiche Lehrer mit Montessori-Ausbildung haben bereits Interesse signalisiert und können an eine solche Schule versetzt werden.

Die wissenschaftliche, handlungsorientierte Evaluation kann durch die Kooperation mit Universitäten und Stiftungen kostenneutral realisiert werden.

Zusätzliche Mittel, beispielsweise für Material, könnten durch eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft realisiert werden, die Reformen auf diesem Gebiet dringend angemahnt hat.

Darüber hinaus sollte überprüft werden, inwiefern das Ganztagsschulprogramm des Bundes weiteren Handlungsspielraum eröffnen würde.

Berlin, 5.2.2004
AG Konzept der "Initiative Weiterführende Montessori-Schule 2005"

Verwendete Literatur:

Ludwig, Harald (Hg.), Erziehen mit Maria Montessori, Freiburg Basel Wien: Herder, 1997.
Ludwig, Prof. Dr. Harald, Gutachten zum Konzept des 'Vereins zur Gründung einer staatlich anerkannten Montessori-Sekundarschule in Düsseldorf', Münster: 2003.
Meisterjahn-Knebel, Gudula, Montessori-Pädagogik und Bildungsreform im Schulwesen der Sekundarstufe, Frankfurt am Main: 1995.
Meisterjahn-Knebel, Montessori-Pädagogik in der weiterführenden Schule, Freiburg Wien Basel: Herder, 2003.
Montessori, Maria, Von der Kindheit zur Jugend, Freiburg: 1966, 1988.


 


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letzte Änderung:26.2.2006